Sie wissen bereits, was Sie studieren möchten? Dann bewerben Sie sich jetzt!

Wirres Geplauder – Pecha Kucha motzt Powerpoint-Präsentationen auf

  -   5. Februar 2014
Quelle: Mediamodifier/pixabay.com

6 Minuten und 40 Sekunden, 20 Folien in jeweils 20 Sekunden – das ist Pecha Kucha, eine Vortragstechnik aus Japan. Pecha Kucha macht Powerpoint-Vorträge kürzer, informativer und unterhaltsamer. Was ist dran an dem Trend aus Fernost und lässt sich die Technik auch im Beruf und im Studium anwenden?

pecha kucha

Quelle: pechkucha.org

Im Studium und Berufsleben ist Powerpoint längst zum Standard geworden. Kaum ein Vortrag läuft mehr ohne die Unterstützung des Präsentations-Tools. Doch Powerpoint ist Segen und Fluch zugleich: Nie zuvor war es so einfach Inhalte mit Grafiken und Bildern zu visualisieren oder das Publikum mit Videos zu erheitern. Doch oft übertreiben es die Vortragenden. Zu bunt, zu voll, zu unübersichtlich sind die Folien gestaltet und zudem ist der Vortrag auch noch viel zu lang. Einer Studie des Wall Street Journal zufolge werden sogar 84 Prozent aller Präsentationen als langweilig empfunden.

20×20 heißt die Erfolgsformel von Pecha Kucha

Pecha Kucha soll mitunter endlosen Powerpoint-Präsentationen simpel gestalten. 20×20 heißt die Erfolgsformel. Das bedeutet, dass jeder Sprecher nur 20 Folien benutzen und diese jeweils 20 Sekunden stehenbleiben dürfen. Es bleiben nur insgesamt 6 Minuten und 40 Sekunden Zeit, um zu überzeugen. Bestenfalls besteht dabei jede Folie aus einem Wort oder Bild.

Aus dem Japanischen übersetzt heißt Pecha Kucha soviel wie wirres Geplauder und wurde 2003 in Tokio erfunden. Die beiden Architekten Astrid Klein und Mark Dytham wollten jungen Designern die Möglichkeit geben, sich schnell mit anderen Kreativen auszutauschen und suchten nach einer originellen Alternative zur klassischen Powerpoint-Präsentation.

Pecha-Kucha-Nächte in 700 Städten weltweit

In den letzten 10 Jahren hat sich seitdem eine weltweite Pecha-Kucha-Szene entwickelt. Laut der Website pechakucha.org finden mittlerweile regelmäßige Pecha-Kucha-Nächte in über 700 Städten weltweit statt. Das sind spezielle Veranstaltungen, bei denen sich Menschen zum Pecha Kucha treffen. Wer will, darf vor Publikum seine 20 Folien, egal zu welchem Thema, präsentieren. In Deutschland war das erste Event dieser Art 2006 in Berlin und ist mittlerweile schon zu einer festen Institution geworden – 2013 fand bereits die 34. Veranstaltung statt.

Wecken die Pecha-Kucha-Nächte eher die Aufmerksamkeit von Künstlern und Kreativen, so hat die Vortragstechnik aber auch Einzug in die Geschäftswelt gehalten. Seit 2009 gibt es zum Beispiel eine Pecha-Kucha-Bühne auf der Computermesse CeBIT, wo Jungunternehmer und Kreative die Möglichkeit haben ihre Ideen vorzustellen. Auch in Nürnberg veranstaltete der Bundesverband mittelständischer Wirtschaft (BVMW) schon zum 12. Mal eine Pecha-Kucha-Nacht, bei der die Sprecher die Chance hatten für ihr Unternehmen zu werben.

Zeitersparnis im Berufsalltag

Im Arbeitsalltag kann Pecha Kucha eine Möglichkeit sein, um vor allem Zeit zu sparen. Denn durch die zeitliche Begrenzung werden ausufernde Redner in die Schranken gewiesen. Mit Pecha Kucha sind Vorträge strukturierter, geordneter und kommen vor allem schneller zum Punkt. Auch die Chefs haben auf diese Weise die Chance sich ihren Mitarbeitern als gute Redner zu präsentieren. Denn mit informativen, witzigen und kurzweiligen Vorträgen, kann man auch die eigenen Mitarbeiter überzeugen.

Pecha Kucha auch an der Hochschule beliebt

Dr. Annabelle Bisiaux

Quelle: Dr. Annabelle Bisiau

Endlose Vorträge und exzessive Powerpoint-Präsentationen sind auch an deutschen Hochschulen eine Herausforderung. Dr. Annabelle Bisiaux, Dozentin für Applied Market Research an der European Management School (EMS), setzt in ihrem Seminar auf Pecha Kucha: „Das Ziel dabei ist, dass die Studierenden unter Zeitdruck das Wichtigste aus der Fülle an Material herausfiltern und damit eine interessante Geschichte erzählen.“ Der Berufsalltag wird immer hektischer und der Termindruck ist hoch. Daher ist es für Studierende und Berufseinsteiger eine zentrale Schlüsselqualifikation seine Anliegen gegenüber Vorgesetzten kurz und knapp zu vermitteln – Pecha Kucha soll dabei helfen. „Ich möchte, dass die Studierenden an der Hochschule etwas lernen, das sie in der Praxis wirklich anwenden können und so ihr Selbstvertrauen für das Berufsleben steigern“, sagt Dr. Bisiaux, „Pecha Kucha soll den Studierenden zeigen, dass Sie in der Lage sind spontan und nur mit einer Stunde Vorbereitungszeit mitreißende Vorträge zu gestalten.“ Im Wintersemester 2013 setzte Dr. Bisiaux Pecha Kucha zum ersten Mal ein. „Zuerst war es eher eine Wette mit den anderen Dozenten an der EMS. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass die Studierenden die neue Methode annehmen“, gibt Dr. Bisiaux zu, „doch alle haben voll mitgezogen und ich werde Pecha Kucha von nun an so oft wie möglich in den Unterricht integrieren.“

Pecha Kucha ist aber kein Wunderheilmittel. Denn die Technik macht aus einem schlechten Präsentator nicht automatisch einen guten. 20 mal 20 Sekunden Powerpoint erfordern vor allem viel Rhythmusgefühl von den Vortragenden. Auch Detailverliebtheit hat keine Chance. Aber Pecha Kucha ist sowohl im Berufsalltag als auch im Studium eine Chance Powerpoint-Präsentationen endlich wieder spannender zu machen. Die Sprecher müssen sich auf das Wesentliche in ihrem Vortrag konzentrieren – ohne dabei die Zuhörer zu langweilen.

Von Simon Wächter

Wer hat's geschrieben?

Simon Wächter

Als Masterstudent war Simon kurz vor seinem Berufseinstieg. Arbeitsmarktentwicklungen, Bewerbungstipps und Jobprofile interessierten ihn daher brennend, aber auch weitere spannende Themen aus Wirtschaft und Studentenleben sind nicht zu kurz gekommen.

Kommentare

Roslyn M Bryant
17-04-2017 19:29

I am sure this paragraph has touched all the internet users, its really really fastidious paragraph on building up new weblog.

Akkreditierungen

Mitgliedschaften

Partnerunternehmen

Sitemap

European Mangement School © 2018 | Impressum | Datenschutz
Haben Sie noch Fragen?
X

Wir helfen Ihnen gerne weiter! Kontaktieren Sie uns einfach über eines der untenstehenden Online-Formulare und wir werden Ihre Anfrage umgehend bearbeiten!

Oder kontaktieren Sie uns alternativ über folgende Kontaktadressen:

Tel.: +49 (0) 6131 880 55 31

Jetzt beraten lassen!