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The Canadian Way

  -   6. Februar 2019

Wenn die Deutschen frieren lachen die Kanadier – und mit ihnen auch Carolin und Patrick. Während ich mich – im Skype-Interview mit den beiden – über die „kalten“ Temperaturen (+7 Grad) am Abend in Mexiko (auf 2.400 m Höhe) beschwere, merke ich schon beim Aussprechen das Paradoxon: Was sollen die beiden denn sagen? Vorbereitet auf einen ironischen Kommentar, fällt mir bei den Temperaturprognosen von Patrick für die folgenden Monate, dann trotzdem alles aus meinem Gesicht. Mit – 20 Grad im Januar wird auf diesem Teil der Nordhalbkugel wohl immer gerechnet, aber alle paar Jahre, einschließlich diesem Jahr, kann man nicht nur in Westeros davon ausgehen, dass der Winter naht. Die Kanadier schätzen, dass die Temperaturen auf bis zu – 45 Grad fallen. Wir können also von Glück reden, dass die beiden sich nicht vor dem Erfrieren, sondern lediglich vor der sich wieder einschleichenden Normalität schützen müssen, denn unsere EMStudis sind aus ihrem Auslandssemester in Kingston bereits nach Deutschland zurückgekehrt.

Zuvor haben sich Patrick und Caro jedoch mitten in ihrer Prüfungsphase Zeit genommen um mit mir über die „Eiszeit“ in Kanada, die Herzlichkeit der Einwohner und die disziplinierte aber auch feierwütige Mentalität der kanadischen Studierenden zu sprechen.

CANADA AND IT’S FOLK

Wer ebenfalls gerne ein Auslandssemester in Kanada verbringen möchte und sich selbst jetzt fragt, wie er so viele warme aber auch schwere Pullis und Jacken in seinen Koffer packen soll:  Es wird noch besser! Denn natürlich ist es nicht immer so kalt gewesen wie zum Schluss im November/Dezember. Als Patrick und Caro in Kanada angekommen sind und auch den ganzen September lang, konnten sie sich über bis zu 35 Grad freuen. Erst der Kältesturz rund um Halloween hat relativ zügig das Ende des Sommers eingeleitet. Schnee und Minusgrade scheinen allerdings nur uns Deutsche wirklich zu beeindrucken. Während die beiden „schon“ ihre Winterjacken ausgepackt hatten, ließen sich die Kanadierinnen nicht vom Feiern in Tops und Hot-Pants abhalten.

Ein solch umfangreiches Temperaturspektrum bietet natürlich auch einiges an Inhalt für Small-Talk. „Kanadier lieben es über das Wetter zu reden!“ stellt Patrick fest, während Caro erwidert: „Ich mache das aber auch manchmal, wenn ich nicht weiß was ich sagen soll…“ Und  wer kennt es nicht, das vermeintliche Licht am Ende eines dunklen Tunnels voll peinlichen Schweigens: „Mensch, heute ist es aber kalt.“ Für die Kanadier scheint es also eine bewährte Methode zu sein, aber abgesehen vom Small Talk – was macht einen Kanadier aus?

Darüber sind sich beide einig: Die Freundlichkeit. Patrick nahm es das erste Mal mit großer Verwunderung wahr, als ihm in 10 Meter Entfernung eine Tür von einem Mann aufgehalten wurde. Gewöhnt an die Art der Deutschen frage ich mich, was mich mehr überrascht hätte, dass einem Mann die Tür aufgehalten wird, oder dass es tatsächlich noch Männer auf dieser Welt gibt, die Türen aufhalten.

Aber zurück zu der Freundlichkeit der Kanadier. Diese kann nämlich teilweise auch ein wenig überspitzt wirken. Wie die beiden mir erklären, wurde es im Nachhinein sogar schwierig, immer mit ebengleichem Lächeln und fröhlicher Stimme auf die Einheimischen einzugehen. Caro betont, dass die deutsche Mentalität durchaus zu den Dingen gehöre, welche sie aus der Heimat vermisse. Einfach mal schlecht drauf sein, wenn man schlecht drauf ist ohne jemandem damit „unhöflich“ auf die Füße zu treten.

LIVING

Für Patrick liegen die Prioritäten dann doch woanders und damit ähnlich wie bei mir: Beim Essen. Kanada bietet viel Fast Food und teure Lebensmittel und damit immer einen Schock am Ende eines Einkaufes, wenn es dann letztendlich an der Kasse dem Geldbeutel an den Kragen geht. Verständlich also, dass man unter solchen Umständen „gutes deutsches Essen“ vermisst. Während Caro des Öfteren auf den altbewehrten Studenten-Klassiker (Nudeln mit Soße) zurückgreifen musste;, konnte Patrick den Luxus genießen ab und an bei seiner Vermieterin mitzuessen. Beide haben bei einer Art „Gastfamilie“, relativ weit außerhalb gewohnt. Der Wohnungsmarkt in Kingston sei eine Katastrophe, da die Stadt nicht genügend Kapazitäten für die Größe der Queens University zu bieten habe.

Im Juli bekamen die beiden eine Absage von dem campusnahen Wohnheim und mussten sich dann auf die übrig gebliebenen Wohnmöglichkeiten konzentrieren. Während Caro einen preislichen Glücktreffer landen konnte, musste Patrick sich neben der höheren Miete (Airbnb) auch noch auf einen weiteren Umzug einlassen. In seiner ersten Wohnung, Teil eines älteren Hauses, wurde er bei Beginn des Winters, durch einen ungebetenen Zimmergast, seines Schlafes beraubt. Es begann mit unaufhörlichem Kratzen und endete mit einem kleinen Loch in der Wand, welches Patrick letztendlich zum Umziehen veranlasste.

Er betont also die Wichtigkeit, sich früh genug um die Wohnungssuche in Kingston zu kümmern, sollte man dort sein Auslandssemester verbringen wollen. Manche Kommilitonen/innen der beiden hatten sogar bereits im Februar/März ihre Wohnungsverträge für den Start des Semesters im September geschlossen.

Also: Wer zuletzt nach Kingston kommt, den beißen die Hunde oder eben Nager – kommt ganz darauf an.

BUSINESS SCHOOL LIFE

Als ich die beiden danach frage, was sie in ihrer Freizeit machen, wird deutlich woher Fakultäten wie die Smith Business School der Queens University ihren Namen haben.  Mit einem kurzen, leicht verzweifelten Lachen erwidert Caro nur: „Ha, Lernen“

In vier Kursen sind die beiden laufend Prüfungen ausgesetzt, welche unter anderem Quizze, Projekte, Berichte und Präsentationen umfassen. Zusätzlich müssen dann teilweise drei – vier Texte als Vorbereitung auf die Fächer gelesen werden, um in der mündlichen Mitarbeit (20% der Gesamtnote) zu punkten. Einiges zu tun also. Hinzukommt, dass das Leistungsniveau ähnlich wie oder sogar höher als in Deutschland ist. Patrick erzählt mir, dass er in zwei Fächern sogar schon die ersten Prüfungen verpasste, nur weil er in den ersten beiden Wochen die Kurse noch einmal getauscht hatte (obwohl die Zeit für gewünschte Wechsel vorgesehen war).

Wer jetzt davon ausgeht, dass man in Kanada durchgängig am Lernen und Frieren ist, liegt in beiden Hinsichten falsch. Auch unsere beiden EMStudis haben sich schnell an das Motto ihrer einheimischen Kommilitonen gewöhnt: „Study hard. Party hard.“ Und so konnten sie vor allem zu Beginn des Auslandssemesters ihre Zeit mit über 200 -300 internationalen Studierenden entweder beim Schwimmen im nahegelegen See und auf den verschiedenen Hauspartys genießen.

Besonders das Homecoming-Event zählte für die beiden zu einem ihrer Highlights. An diesem Tag werden sämtliche Alumni und Studenten der Queens University eingeladen, um zusammen zu feiern. So reichte die Altersspanne von jungen Studierenden bis hin zu Ehemaligen im Ruhestand. Obwohl es in der Öffentlichkeit in Kanada eigentlich verboten ist Alkohol zu trinken, hat sich der Einsatz der Polizei bei diesem Event auf die Straßensperren beschränkt. Bei diesen Menschenmassen hatten sie also genug damit zu tun, alle im Zaum zu halten und hatten daher weniger Zeit sich Gedanken über die Inhalte der Getränke zu machen.

TRAVELING

Wer gerne viele verschiedene Orte sieht und erkundet, der sollte in Kanada auf jeden Fall genügend Geld und auch Zeit mitbringen. Das Land ist bekannt für seine unfassbare Weite und macht es für Reisende damit zu einer Herausforderung, die Highlights von der Liste zu streichen. Caro und Patrick haben sich daher schon zuvor gut überlegt, wie sie ihr Auslandssemester angehen und hatten einen Road Trip vorab geplant. So ging es für die Beiden von Toronto, durch die französische Provinz Québec bis hin nach Kingston. Während ihres Semesters haben sie sich auch einige Male einen Wagen gemietet um übers Wochenende erneut nach Toronto, Montreal oder Ottawa zu fahren, allerdings sind sich beide einig, dass der Road Trip und vor allem auch das Whale Watching zu ihren absoluten Highlights zählt.

Nach dem Ende der Prüfungen hat Caro es sich dann nicht nehmen lassen in der Weihnachtszeit noch nach New York und Washington zu reisen, um sich von da aus auf den Weg zurück nach Deutschland zu machen.

Jeder, der ein solches Semester in einem fremden Land, vielleicht sogar auf einem fremden Kontinent mit einer anderen Kultur und teilweise auch Sprache erlebt, hat im Nachhinein einiges zu erzählen und meistens zählt das Schwelgen in den schönen Erinnerung beim Teilen der Erlebnisse zu den erfreulichsten Konversationen. Wenn Ihr also gerne noch mehr über die Zeit unserer EMStudis in Kanada erfahren möchtet, könnt Ihr Euch einfach bei einem von den Beiden melden (patrick.kuehne@ems.de, carolin.klein@ems.de).

Für weitere Impressionen von unseren Studierenden im Auslandssemester könnt Ihr einfach auf unserer Instagram Seite vorbeischauen!
@europeanmanagementschool

Wer hat's geschrieben?

Carina Schulte

Carina Schulte studiert International Business mit der Spezialisierung im Marketing-Bereich. Das vergangene Semester hat sie im Ausland in Mexiko verbracht.
Neben ihrem Studium ist sie als Werkstudentin im Marketingteam der EMS angestellt und ist hier insbesondere für Social-Media Tätigkeiten zuständig.

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