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México Mágico

  -   11. Januar 2019

Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich all meinen Freunden und meiner Familie voller Vorfreude davon erzählt habe, dass ich mein Auslandssemester in Mexiko verbringen werde. „In Mexiko? Was willst Du denn da? Was hat dieses Land schon zu bieten und ist es dort nicht viel zu gefährlich?“, war die häufigste Antwort. Andere Reaktionen waren rar und ich muss zugeben, dass meine Unsicherheit anstieg, mit jedem angstvollen Gesicht, welches mir auf meine Erzählungen hin in die Augen blickte.
Wenn ich an diese Gespräche zurückdenke, muss ich schmunzeln. Keine dieser Personen war je viel gereist in ihrem Leben und schon gar nicht in die Nähe von Mexiko. Sie konnten also nur die Dinge wiederholen, welche sie „gehört“ hatten.
Wie ist es also „wirklich“ in Mexiko? Hat das Land mehr als den berühmten Drogenkrieg zu bieten? Ist dieses Land die richtige Wahl für ein Auslandssemester? Bevor ich mit meinen Eindrücken starte, muss ich jedoch noch etwas hinzufügen, was ich selbst lernen durfte:

Wie ein Land wirklich ist, erfährst Du erst, wenn Du selbst dort gewesen bist. Erst wenn Du das Essen probiert, die Menschen und die Kultur kennengelernt und die Natur mit Deinen eigenen Augen wahrgenommen hast. Es wird für jeden eine andere Erfahrung sein, also mach Dir Dein eigenes Bild!

Ich werde mich im Folgenden nicht weiter auf dieses negative Bild, welches um Mexiko wie eine Gewitterwolke schwebt, konzentrieren. Allerdings möchte ich nicht die Illusion kreieren, dass man sich in Mexiko in jeder Gegend und zu jeder Tages- und Nachtzeit alleine frei und sicher bewegen kann. Natürlich gibt es Gebiete, die man besser meidet und Zeiten, zu denen man am besten mit mehreren unterwegs ist, aber wo ist das heutzutage anders?
Es geht darum die Balance zu finden. Sei nicht zu naiv, aber auch nicht übervorsichtig. Höre auf Dein Bauchgefühl und solltest Du trotzdem in gefährliche Situationen geraten; spiele nicht den Helden.
Ich war nicht sicher wie viel Angst ich während meiner Zeit dort haben müsste, aber es gab einen Punkt, an dem ich gemerkt habe, dass Angst in einigen Situationen sehr hilfreich sein kann (immerhin hat sie zum Überleben der Menschheit beigetragen), aber wir sollten sie auch auf diese beschränken. Denn in all den anderen Bereichen, bringt sie uns nichts als Stress und Unruhe.

Wenn ich gefragt werde, was mir an Mexiko am besten gefallen hat, kann ich ehrlich gesagt keinen einzelnen Punkt nennen. Dieses Land ist so facettenreich, dass es unmöglich ist Vergleiche und damit eine Art Rangliste der Highlights aufzustellen. Allerdings passen die Erlebnisse von 5 Monaten leider auch nicht in ein Telefonat, ein Gespräch oder eben diesen Artikel. Also starte ich einfach mal mit meiner Leidenschaft: Essen!

FOOD

Der Charakter mexikanischen Essens ist: scharf, enthält Tortilla und … ach ja ist scharf. Wirklich scharf.
Für mich hat das kein großes Problem dargestellt, weil ich scharfes Essen liebe und damit gewohnt war, aber mit dieser Vorliebe habe ich mich unter den dort lebenden Ausländern relativ alleine vorgefunden.
Zum Glück gibt es meistens die Möglichkeit, zu erwähnen, dass man nicht gerne scharf isst oder z.B. zwischen Saucen, welche einem auch mit dem Hinweis auf die unterschiedlichen Schärfegrade serviert werden, zu wählen.
Wer jetzt allerdings denkt, Mexiko hätte kulinarisch nur mit der Vielfalt seiner Chilis zu glänzen, liegt grundlegend falsch. Die Gerichte in Mexiko sind durch und durch regional. Fast jeder Staat, den ich bereist habe, hatte seine eigenen Spezialitäten.
In Puebla (meiner Unistadt) ist „Chile en Nogada“ ein typisches Gericht. Eine gekochte Chili (also nicht mehr allzu scharf) gefüllt mit Kartoffeln, Hackfleisch, Äpfeln und vielen weiteren unfassbar gut kombinierten Inhalten, übergossen mit einer süßen Walnuss-Sauce und bestreut mit fruchtigen Granatapfelkernen und Koriander. Vielleicht hat man es schon gemerkt – Ja, ich liebe dieses Gericht!!! Und auch nicht nur dieses.

Für diejenigen, die gerne Neues probieren und die Varietät regionaler Küche schätzen, ist Mexiko ein Paradies. Für alle anderen; es gibt überall Tacos.

UNIVERSITY

Wer jetzt denkt ich hätte mich in meinem Auslandssemester nur mit Essen beschäftigt, der hat nur beinahe Recht.
Als meine erste Vorlesung an der Tecnológico de Monterrey anstand, hatten wir zuvor bereits eine Welcome Veranstaltung auf dem riesigen Campus besucht. Aber auch das hat meine Kommilitonin Hanna und mich nicht davon abgehalten unserer Haarfarbe alle Ehre zu machen. Wir haben es geschafft unter vier Aulen die falsche auszuwählen, in eine noch laufende Vorlesung reinzuplatzen und uns unter dem Blick von 30 Studierenden wieder leise aus der Klasse zu schleichen, nur damit uns am richtigen Raum dann auffallen durfte, dass unser Unterricht erst eine halbe Stunde später stattfindet. So viel zu unserem ersten Tag.
Zu unserer Verteidigung kann ich nur anbringen, dass der Campus der TEC ungefähr 10-mal so groß ist wie der der EMS. Mit drei verschiedenen Cafeterien, einem Supermarkt, einem Starbucks, einem eigenen Merchandise Store, einem Football Court und vielen weiteren Sportplätzen sowie den bereits genannten vier Aulen mit Vorlesungs- und Forschungsräumen, kann man sich ruhig verlaufen am ersten Tag.

Die Größe der Hochschule war auch nicht der einzige Unterschied zu der EMS. In Prüfungen, die fast ausschließlich auf Gruppenarbeiten und Projekten beruhen, haben gerade die deutschen Studierenden sich in Geduld und Gelassenheit üben müssen. Mexikaner lieben und feiern ihr Leben, sie sind hilfsbereit und freundlich, aber leben den Moment und setzen ihre Prioritäten nach eben diesem Prinzip. Genau das kann die interkulturellen Fähigkeiten der Deutschen ziemlich auf die Probe stellen.
Wenn man es jedoch schafft, sich mit der Arbeitsweise zu arrangieren, kann man im Endeffekt von der Diversität der Kulturen profitieren. Die Fächer, die ich gewählt habe, haben sich vorrangig um Innovation, Produktentwicklung und Entrepreneurship gedreht und in jedem Fach ist eines immer wieder klar geworden: an nachhaltigem Wirtschaften führt kein Weg mehr vorbei.
Ich war äußerst überrascht und beeindruckt, dass es wirklich fast täglich um Innovationen im Sustainibility Bereich für Mexiko oder andere Länder ging.
In Mexiko gibt es einige Probleme was zum Beispiel die Müllentsorgung oder Wasserversorgung angeht. Die TEC hat dies erkannt und versucht Änderungen voranzutreiben.

HOUSING

Die einzige Änderung, welche ich mir seitens der TEC gewünscht hätte, wären mehr Shuttlebusfahrten von der Hochschule in die umliegenden Wohngebiete gewesen. Ich habe in Cholula, einem Stadtviertel etwas außerhalb von Puebla, gewohnt und musste daher 30 bis 40 Minuten mit dem Bus zur Uni fahren. Allerdings hatten wir entweder die Möglichkeit um kurz vor 8 und das nächste Mal um 14 Uhr das Angebot des Shuttlebusses (kostenpflichtig) in Anspruch zu nehmen.
Da viele Kurse erst gegen 11/12 Uhr stattgefunden haben, sind einige von den internationalen Studenten dann gemeinschaftlich mit dem Uber zu Uni gekommen.
Könnte ich mich heute noch einmal entscheiden, wo ich wohnen möchte, würde ich tatsächlich wieder Cholula wählen, allerdings nicht das Studentenheim in welchem ich meine Zeit verbracht habe. Mit einem Fitnessstudio, Rooftops, einer Cafeteria, einem Fußballplatz und einem sensationellen Ausblick auf den aktiven Vulkan Popocatéptl hat das Wohnheim einiges zu bieten, allerdings kann man für gut die Hälfte des Geldes in WGs mit ähnlicher Zimmergröße wohnen.

Ich habe mich bereits bevor ich überhaupt in Mexiko gelandet bin darum gekümmert, wo ich wohnen werde (ziemlich deutsch). Man kann sich aber auch vor Ort die Wohnungen ansehen und schauen was das Richtige für einen ist. So kommt man erst gar nicht in die Situation für ein komplettes Semester an einen vergleichsweise teuren Vertrag gebunden zu sein.
Wer sich jetzt immer noch fragt, warum er freiwillig 30 bis 40 Minuten entfernt von der Universität leben sollte, der hat vermutlich noch nie etwas von Cholula oder den Pueblos Mágicos gehört. Ein Pueblo Mágico beschreibt in Mexiko die Orte, welche in kultureller Hinsicht oder aufgrund ihrer Schönheit als besonders sehenswert gelten. Mit einem riesigen Angebot an Bars, Cafés, Restaurants, Clubs und dem Highlight; einer Kirche, welche auf einer Pyramidenruine erbaut wurde, kann man Cholula definitiv dazu zählen.

TRAVELING

Pueblos Mágicos sind in ganz Mexiko verteilt und sind ein wirklich guter Anhaltspunkt für Entscheidungen, wenn es ums Reisen geht.
Während des Semesters gab es immer wieder Angebote von mexikanischen Reiseveranstaltern, die sich speziell auf Studierende fokussieren. Meistens sind die Veranstalter ehemalige Studierende und auch gleichzeitig die Besitzer der WG-Häuser. Auf den Hauspartys lernt man die meisten somit relativ schnell kennen und hat dadurch immer verschiedene Möglichkeiten sehenswerte Orte in Mexiko zu bereisen ohne selbst auch nur einen Finger zu krümmen. Dies ist eine sehr bequeme Variante und natürlich auch ein wenig teurer als wenn man sich selbst um die Organisation kümmern muss, aber es lohnt sich. Meistens sind die verschiedenen Veranstalter gleichzeitig mit bis zu zwei großen Reisebussen an demselben Ort und auf diese Weise lernt man sehr schnell, viele verschiedene Leute kennen. Busfahren von teilweise bis zu 15 Stunden, um an die wunderschönen Strände Puerto Escondidos zu kommen, sind dann auch nur noch halb so qualvoll.

Wobei man sagen muss, dass dies auch alleine kein Problem dargestellt hat. Mexiko hat ein ausgezeichnetes Bussystem mit Bussen, welche mehr Beinfreiheit bieten als ein Premium Platz im Flugzeug der Economy Class.

Wer sich jetzt nicht ganz sicher ist, ob ich das Richtige meinte als ich alleine geschrieben habe: Ja. Ich bin alleine durch Mexiko gereist. Nachdem meine letzte Prüfung geschrieben war, habe ich mich auf den Weg von Zentralmexiko an die Ostküste nach Cancún gemacht. Mit einer sehr guten Freundin aus der Heimat begann die Reise und führte uns zunächst durch den atemberaubenden Canyon Sumidero und etliche Wasserfälle in der Nähe der wunderschönen Stadt San Cristobal in Chiapas, über den Dschungel und die Ruinen der Maya-Stadt Palenque bis hin zu den weißen Sandstränden von Tulum. Ab hier war ich dann das erste Mal wirklich auf mich allein gestellt und ich muss sagen, dass dies wirklich viel entspannter war als ich es mir zunächst vorgestellt hatte. Gerade in den Staaten Yucatan und Quintana Roo sind wirkliche viele junge Reisende unterwegs, die ähnliche Routen haben und damit ist quasi fast sicher, dass dein nächstes Reiseziel ein Treffpunkt sein wird.
Viele, mit denen ich mich unterhalten habe, hatten zuvor von Tulum geschwärmt, allerdings zählt es für mich persönlich nicht zu meinen Top-Reisezielen. Es ist dort bereits sehr touristisch und ähnelt nicht mehr wirklich dem Mexiko, welches ich zuvor kennenlernen durfte.
Deswegen ging es für mich nach einem Abstecher an die Grenze von Belize wieder ins Inland und letztendlich auf eine wunderschöne Künstlerinsel in der Nähe von Cancún. Dort habe ich meine letzten Tage dafür genutzt, die letzten 5 Monate Revue passieren zu lassen und die Sonne und das Meer ein letztes Mal zu genießen bevor es dann kurz vor Weihnachten zurück ins kalte Deutschland ging.

In 5 Monaten gibt es genügend Momente, in welchen man Zeit hat zum Nachdenken und auch die Liebsten zu vermissen. Aber ich habe erlebt, dass Mexiko dich mit einer so warmen Herzlichkeit in die Arme schließt, dass es wirklich schwer fällt an die Dinge zu denken, die fehlen, weil dir einfach so vieles gegeben wird wofür du dankbar sein kannst.
Wenn mich also heute jemand fragt, ob ich ein halbes Jahr zuvor die richtige Entscheidung getroffen habe, dann wird er nur diese eine Antwort, begleitet von einem vollumfänglichen Lächeln von mir bekommen:
„Definitv!“

Wie ich bereits erwähnt habe, passen 5 Monate nicht ansatzweise in diesen Artikel. Wenn ihr also irgendwelche Fragen stellen oder auch Erfahrungen teilen wollt, könnt ihr mir gerne schreiben (c.schulte@ems.de) oder eine der EMS Infoveranstaltungen besuchen, um persönlich mit mir zu reden.

Ich freue mich, mehr mit euch zu teilen!

Wer hat's geschrieben?

Carina Schulte

Carina Schulte studiert International Business mit der Spezialisierung im Marketing-Bereich. Das vergangene Semester hat sie im Ausland in Mexiko verbracht.
Neben ihrem Studium ist sie als Werkstudentin im Marketingteam der EMS angestellt und ist hier insbesondere für Social-Media Tätigkeiten zuständig.

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