Lamas, Kartoffeln und dazu ein bisschen Bachata

  -   18. Juli 2019

Was vermisst man, wenn man weit entfernt von der Heimat sein Auslandssemester in einem Land verbringt, in welchem ebenfalls viele deutsche Studierende und diverse Kartoffelgerichte zu finden sind? Man könnte fast meinen, dass dort nichts fehlen dürfte. Für Pia war es dann aber doch tatsächlich, die Brezel, welche ihr Herz – zurück in Deutschland – wieder hat schneller schlagen lassen. Natürlich hat ein halbes Jahr in Peru auch dafür gesorgt, dass die Sehnsucht nach ihrem Pferd, Freund und Familie ebenfalls angestiegen ist, allerdings strahlt sie trotzdem (etwas wehmütig) über beide Ohren, als sie mir von ihrer Zeit in dem südamerikanischen Land erzählt.

Haus am Meer

Aber kein Wunder, wenn man diese Zeit nur 3 Blocks vom Meer entfernt in einem Haus mit Pool auf dem Dach in einem der sichersten Stadtteile von Lima verbringt. Auch wenn ihr Zimmer in der 4er-WG in Mira Flores zu den teureren Möglichkeiten zählt und zusätzlich auch noch ca. 17 km von der Uni im Stadtinneren entfernt ist, bereut sie ihre Entscheidung keinesfalls. Schmunzelnd und vertieft in Gedanken über die gemeinsame Zeit mit ihren internationalen Mitbewohnern/innen, bringt sie in dem Moment nicht mehr als nur ein „Ach, es war einfach geil“ hervor.

Ungefähr genau diesen Satz wiederholt sie dann noch einmal im Zusammenhang mit ihren Erfahrungen beim Salsa und Bachata tanzen. Durch einen extracurricularen Kurs ihrer Uni, konnte sie sich selbst in diesem Bereich ausprobieren und trainierte letztendlich sogar für eine Aufführung der Universität selbst. Auch, wenn sie einige Einstiegsprobleme hatte und deswegen jeden Dienstag eine halbe Stunde vor Kursbeginn für ihren Platz anstehen musste, erzählt das Glänzen in ihren Augen, warum es das wert gewesen ist.

Culture Clash

Schaut man sich dann die Vorlesungen an, lassen sich einige Parallelen zu meiner Erfahrung in Mexiko ziehen: Ein Leistungsanspruch, welcher für die Austauschstudierenden leicht zu erfüllen ist, die „sehr entspannte“ Arbeitsweise der Peruaner und eine Notenzusammenstellung, welche sich aus Anwesenheitspflicht sowie vielen Präsentationen in den drei verschiedenen Prüfungsphasen zusammensetzt. Wie bereits erwähnt, wirkt auch die Kartoffel, welche in den verschiedensten landestypischen Gerichten zu finden ist, einem kulturellen Unterschied nicht entgegen: „Erst in anderen Kulturen kommt die eigene Kultur extrem durch“. So kam es dazu, dass Pia ihre Pünktlichkeit in Lima fast sogar noch gesteigert hat, was sich natürlich im Zusammenhang mit dem peruanischen Zeitverständnis als eher kontraproduktiv herausstellte. Aber auch wenn Verabredungen mit den Peruanern/innen, ganz nach dem südamerikanischen Klischee, eher spontan und verspätet zustande kommen, beschreibt Pia die Kultur umfassend positiv. Die Peruaner/innen seien freundlich, offen und sehr warmherzig, aber teilweise auch ein wenig oberflächlich. Freundschaften werden demnach sehr schnell geschlossen, gehen allerdings nicht sonderlich in die Tiefe. Aber letztendlich stellten diese Freundschaften sogar einen entscheidenden Grund gegen das Reisen dar. Denn irgendwann überlege man sich, ob man die Zeit mit Reisen oder doch lieber mit den peruanischen Freunden verbringt. Aber da Pia ihren Stundenplan zuvor besonders schlau aufgeteilt hatte, lagen ihre Vorlesungen nur von Dienstag bis Donnerstag, was es ihr ermöglichte, einen großen Teil ihrer Zeit voll auszukosten.

Ein Leben ohne Regen

Zwischen Machu Picchu mit einem Ausblick auf den Regenwald und den verschiedensten Wüsten wurde somit viel Salsa getanzt, die Umgebung erkundet und auch das ein oder andere Mal gefeiert. „Die Peruaner trinken nur, die saufen nicht“, erklärt Pia mir und fügt hinzu, dass das Feiern mit ihnen auch ohne Schnaps sehr viel Spaß gemacht habe. Auch ihr Geburtstag wurde ihr so mit einer Hausparty auf dem Rooftop und etlichen neuen peruanischen Gesichtern versüßt. Im Oktober ist der Winter nämlich so gut wie vorbei in Peru und damit kann das Wetter auch langsam genossen werden. Mit 19 Grad, stellt man sich in Deutschland nämlich normalerweise eine einigermaßen angenehme Temperatur vor. Doch durch die hohe Luftfeuchtigkeit ist das Ganze in Peru gefühlt deutlich kälter. Pia kann zwar an einer Hand abzählen wie oft sie Regen gesehen hat, allerdings erinnert sie sich daran, mehr als nur einmal gefroren zu haben. Die Skiunterwäsche, welche ihre Bestimmung eigentlich erst in verschiedenen Wanderungen finden sollte, begleitete sie somit schon während der Zeit an der Hochschule unter Jeans, Sweater und Übergangsjacke. Sie betont also, dass eine Winterjacke der einen oder anderen Erkältung vorbeugen kann. Auch für die empfindlichen Esser, empfiehlt sie eine Reiseapotheke, die auf Zwischenfälle für Wasser- und Street Food-Unverträglichkeit vorbereitet ist. Denn die verschiedenen Fleischgerichte mit Kartoffeln und Reis oder auch die peruanisch, asiatische Fusionsküche, sind nicht für alle deutschen Mägen geeignet. In Pias Auslandssemester in Peru ist also nicht alles perfekt gelaufen, schaut man in ihre Augen während sie von ihren Erlebnissen erzählt, merkt man jedoch, dass dieses Land auch bei ihr wunderschöne Spuren hinterlassen hat.

Wer sich davon selbst überzeugen möchte, kann sich gerne bei ihr melden: pia.krzyzanowski@ems.de.

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Carina Schulte

Carina Schulte schließt gerade ihr International Business mit der Spezialisierung im Marketing-Bereich ab. Im vergangenen Jahr hat sie ein Semester im Ausland in Mexiko verbracht.
Neben ihrem Studium ist sie als Werkstudentin im Marketingteam der EMS angestellt und ist hier insbesondere für Social-Media Tätigkeiten zuständig.

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