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Hühnerfüße und Schlangensuppe – kulinarische Einblicke in Taiwans Kochstube

  -   30. Oktober 2014

Essen spielt in Taiwan eine sehr große Rolle. „Verhungern“ grenzt hier an eine Unmöglichkeit denn kleine Restaurants und Essensstände reihen sich an den stärker befahrenen Straßen wie eine Kette auf. Während taiwanesische Restaurants relativ früh schließen (um 21:00 macht einen das Personal oft schon auf die Zeit aufmerksam), kann man Snacks an diversen Straßenküchen bis um Mitternacht erwerben und im aller größten Notfall gibt es immer noch die Convenience Stores.

Restaurant in Taipei

Restaurant in Taipei, Quelle: Nils Finger

An die Tatsache, dass Töpfe und Geschirr der vielen kleinen Straßenrestaurants per Gartenschlauch auf dem Bürgersteig gespült werden und die geschlachteten Hühner vor ihrer Zubereitung noch vom Vordach hängen, gewöhnt man sich fast so schnell wie der eigene Verdauungstrakt an die ungewohnte Küche. Über stärkere Magenbeschwerden kann ich tatsächlich nicht klagen! Grund dafür ist wohlmöglich, dass die Zubereitung der meisten Gerichte recht einseitig ist: Während Schwein, Fisch, Huhn und Kuh sehr gerne frittiert serviert werden, genießt das Gemüse meistens ein ausgiebiges Bad in einer heißen Fleischbrühe, die mit 99%er Garantie jeglichen Keim abtötet. Nach ein bis zwei Wochen Kulturschock und Einfindungszeit entdeckt man aber mehr und mehr Juwelen im taiwanesischen Restaurant-Dschungel. Immerhin ernähren wir uns ja auch nicht täglich von den am offensivsten werbenden Curry-Wurst Buden.

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Quelle: Nils Finger

Mein Apartment befindet sich nahe der Uniklinik und viele kleine Läden in der Umgebung haben sich auf hungrige, gesundheitsbewusste und unter Zeitmangel leidende Medizinstudenten eingestellt. Zum Frühstück bekommt man an jeder Ecke frisch belegte Sandwiches für umgerechnet nur circa 30ct. Zur Mittagszeit haben sich diese Bistros auf den nahen Verwandten in der Familie der belegten Brötchen spezialisiert und so kann man zuschauen, wir die Burger direkt vor der Nase frisch gebraten werden. Diese Burger haben eine weit bessere Qualität als die der omnipräsenten Fastfood Kette mit dem gelben M und man bekommt sie zur Hälfte des Preises: somit bilden sie den perfekten Snack auf der Hast zum Bus, wenn die Zeit bis zur Vorlesung knapp wird. Der Favorit unserer ganzen WG, und vor allem der des vegetarischen Mitbewohners, ist und bleibt allerdings ein vegetarisches Buffet, nur 200 Meter von unserem Apartment entfernt. Hier kann man sich seinen Teller oder die Take-Away Box mit beliebigen Gemüsegerichten und Salaten auffüllen und zahlt dann unabhängig des Inhalts per Gewicht. Mehr als 2,50 Euro zahlt man hier höchstens nach mehrtägigem Fasten. Im Restaurant gibt es dann noch Eistee und Misosuppe kostenlos dazu serviert. Eine gastfreundliche Geste, die in vielen lokalen Taiwans einfach dazu gehört.

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Quelle: Nils Finger

Für Liebhaber deutscher Backwaren stellen sich Vergleiche im Bereich der Backkünste als schwierig dar, deshalb beschränke ich meine Beschreibung des gemeinen taiwanesischen Brötchens auf die folgenden Punkte:

  • Höhe des Gebäcks zur ursprünglichen Größe nach Finger-Druck-Probe: 1/5
  • Zuckergehalt gegenüber einem durchschnittlichen Marmorkuchen: 1:1
  • Reflektion der Oberfläche aufgrund des verwendeten Fettes: iPhone Bildschirm bei direkter Sonneneinstrahlung

Zur Rettung eines mitteleuropäischen Expats oder Austauschstudenten auf der Jagd nach einem Sauerteig- oder Laugengebäck gibt es „Oma Ursel“. Ihre Backwaren sind im gleichnamigen Restaurant mitten in Taipei zu erwerben.

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Quelle: Nils Finger

Aufgrund meiner vielen internationalen Freunde hier lande ich auch circa einmal in der Woche in einem europäischen Lokal in denen, oft ausgewanderte, Köche ihre heimischen Kochkünste zum Besten geben. Auch die weltweit beliebten japanischen Reisröllchen bekommt man hier mit sehr frischer Füllung zu sehr günstigen Preisen.
Zunächst ungewohnt für den Europäer ist, dass das Essen mehrerer Tischpartner niemals zur gleichen Zeit serviert wird. Schnell stellt man aber entweder durch Observierung der einheimischen Gäste oder gelegentliche Mittagspausen mit taiwanesischen Kommilitonen fest, dass es hier ganz gewöhnlich ist eine Vielzahl von Gerichten zu bestellen, die von der ganzen Tischgesellschaft geteilt werden. Das fördert für uns Austauschstudenten den Mut etwas Neues und Unbekanntes zu probieren.

Mein Motto was das Essen hier angeht lautet demnach: probieren, probieren, probieren! Kulinarische Besonderheiten, die noch auf meiner Liste stehen: Schlange, „stinky Tofu“ und Hühnerfüße.

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Kuriose Verbote!

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Nils Finger

Nils Finger absolvierte sein Auslandssemester 2014/15 in Taiwan. In seinen Blogartikel berichtet er über seine Erfahrungen.

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