HRM@EMS

  -   27. Juni 2019

Zauberwort Flexibilisierung

Wir leben und arbeiten in Zeiten des demografischen Wandels, der Fachkräftemangel ist ein akutes Problem und die Generation Z wird bald auf den Arbeitsmarkt streben. Es gibt viele Gründe, warum sich Unternehmen verstärkt mit dem Thema „Flexibilisierung der Arbeitswelt“ auseinandersetzen. Doch was umfasst die Flexibilisierung? Mit Flexibilisierung soll eine höhere Agilität von Personen und Organisationen erreicht werden, was durch reduzieren von festen Regeln und Strukturen geschieht. Doch welche Ausprägungen kann ein flexibles Modell annehmen und was bedeutet dies für die Arbeitnehmer? Müssen wir als Studierende damit rechnen, im späteren Arbeitsleben rund um die Uhr erreichbar zu sein und keine unbefristeten Arbeitsplätze mehr zu bekommen? Und ist die Flexibilisierung vereinbar mit dem fortschreitenden Trend der Individualisierung?

Antworten auf diese Fragen und weitere wertvolle Einblicke in die Praxis gab es bei der Veranstaltung „HRM@ EMS“, bei welcher Herr Dirk Frintrop, Consultant beim Personaldienstleister Amadeus FiRe, sowie Herr Marc Launer, Director, Advanced Research & Product Concepts bei Boeing Global Services als Praxisvertreter vor Ort Vorträge zum Thema Flexibilisierung der Arbeitswelt hielten sowie den Studierenden Frage und Antwort standen.

Herr Dirk Frintrop verdeutlichte am Beispiel vom Personaldienstleister Amadeus FiRe die besonderen Herausforderungen und Chancen der Zeitarbeit. Im Bereich der kaufmännischen Arbeitnehmerüberlassung bieten sich für Unternehmen diverse Vorteile: Längere Ausfallzeiten von Mitarbeitern können kompensiert werden, hoch spezialisierte Fachkräfte werden kurzfristig für Projekte hinzugewonnen und die ansonsten aufwendige und in Zeiten des Fachkräftemangels schwierige Personalsuche entfällt. Aber auch aus Sicht der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ergeben sich, zumindest im angesprochenen kaufmännischen Bereich, Vorteile, wie zum Beispiel flexible und abwechslungsreiche Arbeitseinsätze sowie teils sehr attraktive Vergütungsstrukturen. Rege diskutiert wurden insbesondere die Bereiche „Equal Pay“, was bedeutet, dass die bei Zeitarbeitsfirmen angestellten Arbeitnehmer, welche länger als neun Monate einem Unternehmen überlassen wurden, Anspruch auf identische Konditionen des Entgelts und sonstigen Benefits wie die beim Unternehmen angestellten Arbeitnehmer in vergleichbarer Position haben,  sowie die Höchstüberlassungsdauer, aufgrund derer ein und derselbe Zeitarbeitnehmer für eine Höchstdauer von 18 Monaten einem Kunden überlassen werden darf.

Herr Marc Launer stellte in seinem Vortrag zunächst die Flexibilisierung der Arbeit in räumlicher Hinsicht dar, denn bei Boeing geht es oftmals darum, Kolleginnen und Kollegen in Projektteams zusammenzuführen, die weltweit verstreut und in unterschiedlichen Zeitzonen verortet sind. Besonders hob er das Erfordernis der Innovationskraft der Teammitglieder hervor – bei gleichzeitig steigender Komplexität der Anforderungen. Bei Boeing Global Services wird aus diesem Grunde eine „Cross-funtional Team-structure“ favorisiert, in der die Kolleginnen und Kollegen im Rahmen von „Self-managed Teams“ sehr hohe Entscheidungsautonomie erhalten. In der anschließenden  Diskussion mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung betonte Herrn Launer, dass sich sowohl diese Struktur als auch die Tatsache, dass die Teammitglieder sich stark auf die Projektaufgaben fokussieren können, in der Praxis ausgesprochen bewährt hätten.

Die Teilnehmenden konnten in einer interaktiven Diskussion weitere Fragen in die Runde stellen, in welcher auch Herr Prof. Dr. Westenbaum, als Initiator der Veranstaltung sowie Herr Prof. Dr. Heinemann, welcher arbeitsrechtliche Anregungen gab, vertreten waren. Müssen wir als Studierende uns nun zukünftig den Absichten der Unternehmen in Hinsicht Flexibilisierung fügen? Mein persönliches Resümee kann dies nicht bestätigen. Durch die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt bedingt durch den Fachkräftemangel werden die Bedürfnisse der Arbeitnehmer und Studierenden auch in Zukunft einen Einfluss auf die potenziellen Arbeitgeber haben, sodass sich ein Gleichgewicht zwischen Individualisierung der Arbeitnehmer und Flexibilisierung der Arbeitswelt einstellen kann.

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Caroline Morio

Caroline Morio studiert den Masterstudiengang Wirtschaftspsychologie an der European Management School. Neben dem Studium ist sie als studentische Hilfskraft in der Fakultät der EMS tätig.

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