Von der Macht der Zahlen, number crunchern und Geschichtenerzählern

News   -  1. Februar 2018

Ivo Deutsch, Leiter Investmentcontrolling bei der DB Cargo AG, zu Gast bei den EMS Management Insights

Mainz, 01.02.2018 – – Management Insights an der European Management School – das bedeutet, mit Führungspersönlichkeiten über aktuelle Branchenthemen zu diskutieren, den Berufsalltag von Top-Managern kennenzulernen und exklusive Einblicke in ganz persönliche Karrierewege zu erhalten. Am 01. Februar lernten die EMS Studierenden somit nicht nur das Investitionsmanagement in der Logistikbranche am Beispiel der Deutschen Bahn (DB) kennen, sondern begleiteten auch Ivo Deutsch auf seinem Karriereweg vom Schifffahrtskaufmann zum Leiter Investmentcontrolling bei der DB Cargo AG.

Um seinem Image als Controller gerecht zu werden, hatte Deutsch gleich zu Beginn erst einmal jede Menge Zahlen für die Studierenden dabei. So erfuhren die Teilnehmer, dass die DB in acht Geschäftsfeldern – darunter Personenverkehr, Güterverkehr und Logistik, Infrastruktur, Energie – weltweit ca. 300.000 Mitarbeiter beschäftigt, allein in Deutschland täglich ca. 4.000 Loks und 80.000 Güterwagen auf die Schienen schickt und im Schienengüterverkehr in 2016 einen Umsatz von ca. 4,5 Mrd. Euro erzielt hat. Und dies ungeachtet leicht rückläufiger Leistungsmengen im Regio- und Cargo-Bereich, die einem zunehmenden Wettbewerb geschuldet seien. Nach wie vor sei insbesondere beim Personenfernverkehr konstant eine positive Entwicklung zu verzeichnen, denn gerade bei kürzeren City-to-City-Verbindungen ließe sich die Strecke mit dem Flieger kaum schneller bewältigen. Dennoch müsse die Bahn sich auch in dieser Sparte mit zukünftigen Herausforderungen auseinandersetzen – eine große Gefahr gehe dabei von den Entwicklungen im Blick auf das autonome Fahren aus. Ein Grund, weshalb sich die DB verstärkt auch an Start-ups beteilige, die auf diesem Sektor eine Vorreiterrolle einnähmen. So habe die DB beispielsweise am Frankfurter Flughafen und in Berlin sogenannte Labs eingerichtet in dem in kreativer Umgebung „die digitale Zukunft entwickelt“ werde.

Anschließend ließ Deutsch, der bereits seit elf Jahren für die DB tätig ist, die Studierenden an seiner Begeisterung für das Controlling teilhaben. Als Leiter des Investmentcontrollings ist er dafür mitverantwortlich, wo und wie die nächsten Investitionen getätigt werden. Auf die Frage, wonach er die Investitionen verteile, unterstrich Deutsch, dass es letztendlich immer darum gehe, mit dem eingesetzten Kapital wieder Geld zu verdienen. Wichtigste Überlegungen hierbei seien, welche Strategie langfristig tragbar sei, auf welche Branche man setze und dass man eine möglichst große Flexibilität sicherstelle. Aktuelle Schlüsselbranchen, die die DB Cargo derzeit bediene, seien insbesondere die Bau- und Automobilindustrie, aber auch in der Montan-, Chemie- und Konsumgüterbranche beziehe die DB einen Großteil ihrer Kunden. Hierbei müssten langfristig tragbare Investitionen bespielweise die Umstellung von individualisierten Güterwagen hin zum Containertransport im Blick haben, oder auch den schrittweisen Rückgang des Kohleeinsatzes hin zu alternativen Rohstoffen bzw. Energieträgern. Denn immerhin lägen die Kosten für einen Güterwagen je nach Konzeption zwischen 30.000-300.000 EUR, bei einer Lebensdauer von 20-30 Jahren und ca. 30 Wagen pro Güterzug.

Und genau vor diesem Hintergrund kämen zwei entscheidende Fähigkeiten eines Controllers ins Spiel: die des „Geschichten Erzählens“ und die des „number crunchings“. Denn bei jedem Investitionsvorhaben ginge es darum, die Entscheidungsträger bzw. Vorstände in kürzester Zeit von dem geplanten Vorhaben zu überzeugen: zum einen durch eine kompakte und übersichtliche Darstellung der wichtigsten Zahlen, zum anderen durch die „Geschichte“, mit der man den Vorstand abhole und von dem Projekt überzeuge. Als guter Controller gehe man hierbei auf die Vorlieben der jeweiligen Verhandlungspartner ein: seien es eher Analytiker, Verfechter von Zahlen und Tabellen oder sei man ausschließlich an konkreten Ergebnissen interessiert. Wichtig sei, dass letztendlich alle Entscheidungsträger überzeugt würden. Dabei verwies Deutsch wiederholt darauf, die „Macht der Zahlen“ nicht zu unterschätzen und dass ein auf Zahlen basierendes Konzept die entscheidende Grundlage für jede Argumentation mit sich bringe.

Abschließend gab Ivo Deutsch den Studierenden einen sehr persönlichen und authentischen Einblick in seinen eigenen Werdegang – hatte er doch in seiner Karriere vom Schifffahrtskaufmann bis zu seiner jetzigen Position als Leiter des Investmentcontrollings bei der DB Cargo AG unterschiedlichste Unternehmen kennen gelernt und auch die ein oder andere richtungsändernde Entscheidung treffen müssen. So konnte er den Studierenden aus eigener Erfahrung wertvolle Tipps für die Karriereplanung mit auf den Weg geben. Mehrfach betonte er, wie wichtig es sei, die Initiative zu ergreifen, Chancen, die sich ergeben, zu nutzen, klar zum Ausdruck zu bringen, was man sich vorstelle und sich der Verbindungen – die jeder habe – bewusst zu sein und diese zu nutzen. In der Regel würden Karrieren „von oben“ entschieden, daher ermutigte Deutsch die Teilnehmer, „sichtbar“ zu sein, Beziehungen und Netzwerke aufzubauen und dadurch auch Fürsprecher zu gewinnen.

Neben den Fachkompetenzen, die man erlernt hätte, spiele aber vor allem auch Begeisterung für das, was man tue, eine entscheidende Rolle, sowie der Mut, sich auch einmal gegen eine Option zu entscheiden. Wichtig sei, sich die Dinge bewusst zu machen, die man für sich, unabhängig vom jeweiligen Job, als langfristig tragend definiere. Die meisten Karrierewege verliefen weniger geradlinig, als man sich dies nach dem Studium vorstelle. Aber selbst aus Stationen im Lebenslauf, die nicht stringent in das persönliche Entwicklungsprofil passten, ließen sich wertvolle Erfahrungen ziehen und eventuell fehlende Qualifikationen für ein bestimmtes Jobprofil ließen sich häufig durch die Begeisterung des Kandidaten für eine Position sowie sein persönliches Entwicklungspotential ausgleichen.

Vor diesem Hintergrund empfahl Deutsch den Studierenden als Berufseinstieg beispielsweise ein Trainee-Programm oder berufsbildende Trainings und Weiterbildungsangebote zu nutzen. Und genau dies ist natürlich auch bei der DB möglich – denn, die für die Studierenden wohl wichtigste Zahl, die der Controller an diesem Abend mitbrachte, dürften die 19.000 Stellen sein, die die DB in den kommenden Jahren besetzen möchte. Deutsch forderte die angehenden Praktikanten und Absolventen ausdrücklich auf, die Karriereseiten des Konzerns zu studieren und sich am besten direkt persönlich mit seinen Kolleginnen aus dem Personalmanagement von DB Cargo in Verbindung zu setzen. Interessenten können die entsprechenden Kontaktdaten auch im EMS Career Service oder unter career@ems.de erhalten.

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